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Martinsfeuer - Märtesfeuer
Am Martinstag wurde die Mantelteilung nachgespielt und ein Martinsfeuer abgebrannt und dabei hat man seit altersher Martinslieder gesungen.
Das Martinsfeuer gibt es Heute eher nur noch selten und musste den Laternenumzügen weichen.
Wegen der vielen Feuer die angezündet wurden, hiess nach einer Urkunde des Grafen
Friedrich zu Moers aus dem jahr 1448, dieser Tag sogar Funkentag.
Zu Montabaur im Herzogtum Nassau gingen noch um 1820 die Schulknaben vor Martini durch die Stadt und sangen:
„
Steuert uns etwas zum Martinifeuer,
Äpfel und Birnen wollen gebraten sein!
Werft uns ein großes Stück Holz oder eine Schanz (Welle) oder ein Gebund Stroh heraus!
”
Das so gesammelte Stroh und Holz brachten die Knaben auf den Himmelberg vor der Stadt,
wo es am Abend in Anwesenheit vieler Bewohner der Stadt verbrannt wurde.
So weit das Feuer seinen Schein warf oder der Rauch getrieben wurde, galt das Feld im nächsten Jahr fruchtbar.
Auch in den verschiedensten Orten in der Eifel wurden am 11. November Märtesfeuer auf den Anhöhen entzündet
und in Eupen schloss sich anschließend ein Abendessen mit Brei und Waffeln an.
Im Schleidener Tal zündeten die jungen Leute am Martinsabend Fackeln an, welche sie auf Stangen trugen.
Damit erstiegen sie die Berge um ein Gebet zu verrichten. In den Ort zurück gekehrt, fanden Tanzveranstaltungen statt.
Zu Fleringen im Kreis Prüm verbrannte man am Schluss der Kartoffelernte alle unbrauchbar gewordenen Körbe außer.
Der größte und beste Korb aber wurde mit Stroh und Reisig umwickelt und den Berg hinab gerollt.
Dies nannte man Mierteskorf.
In Schwaben trugen zu Steinberg in Ob. A. Laupheim Kinder und Erwachsene in der Martinsnacht
an Stangen befestigte, brennende Strohbündel auf die Höhen der Umgegend und zündeten dort Feuer an. (Birlinger aus Schwaben II. s. 133)
Abgeschwächter hat sich der Brauch der Martisnfeuer bis ins 19. Jahrhundert in folgenden Sitten erhalten:
In Belgien, Holland, und Niedersachsen
bis in das Mecklenburgische hinein ziehen die Kinder am Vorabend des Martinsfestes mit
Papierlaternen, ausgehölten Rüben, Gurken und Kürbissen, in denen kleine
Wachslichter stecken, umher, und singen die althergebrachten Martinslieder uns sammeln Gaben ein.
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