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Musik, Mantel, Martin
Der volksbeliebte Heilige wird in der Eifel gefeiert und verehrt - Viele Sankt-Martins-Kirchen in der Region
Von
JOACHIM SCHRÖDER
Kaum ein Patronatsfest hat sich über viele Jahrhunderte so hartnäckig behauptet wie das des Heiligen Martin. In der gesamten Eifel und im Moselraum feiert man in fast gleicher Weise den Martinstag.
Am 11. November ist es soweit: Dann begeht die Liturgie die Martinsfeier, um die sich viele brauchtumsstarke Sitten ranken. In der Eifel verweisen zudem zahlreiche Kirchenpatrozinien, so in Niederlauch oder Lützkampen, auf den Heiligen von Tours (siehe Hintergrund), der im Trierer Land stets als Viehheiliger genannt wird. So ist überliefert, dass Bauern früher bei Pferdeseuchen ihren Zehnten als Weihegabe an ein Martinskichlein gaben. Den Pferden wurde mit dem Kapellenschlüssel gar ein Heilszeichen eingebrannt.
Martinstag war auch beliebt als Termin für den "Hofabend", der mit dem gesamten Gesinde gefeiert wurde: gegessen wurde Gänsebraten. In den Moselgemeinden hieß dieser Abend auch "Mertesgutnach". Auch wurden Jahresfeuer abgebrannt, brennende Körbe und Räder zu Tal gerollt. Auch wurden an Martinitag die Pachtgelder gezahlt, in Klöstern war es ein geläufiger Zinstermin. Martins-Kirmessen waren und sind beliebt - bis heute.
Doch über allem steht am Vorabend des Heiligenfestes der Martinszug. Vielerorts beginnt das Feiern mit einer Kinderandacht in den Kirchen, danach formiert sich der Umzug durch die Dörfer. Blasmusik, Gesang, Fackeln und Verlosung gehören wesensnah zu diesem Brauchabend, der auch die Erwachsenen mit einbezieht.
Eigens für diesen Anlass werden bis heute Laternen in den Schulen und Familien gebastelt, Kinder üben fleißig ein paar Liedchen ein. "Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind" - so klingt es bis heute durch die Straßen, wenn der "Heilige" zu Ross den Umzug begleitet. Die Häuser sind erleuchtet, Laternen brennen in den Vorgärten und bunte Kerzen schmücken die Hausfenster.
Früher wurden vielfach Rüben ausgehöhlt, Mund, Augen und Ohren ausgeschnitten und im Innenraum eine Kerze aufgestellt. Dieses "Troulicht" trug man aufgesetzt auf einem Stab oder Stock. Solche Lichter hatten auch ihren Platz auf dem Weg zum abendlichen Rosenkranz in die Kirche - nicht selten gab es reichlich Unfug bei der Handhabung dieser Lichtquelle, wie Quellen berichten.
Doch im Mittelpunkt des Martinstages steht die kindliche Freude, der Gesang, das Martinsfeuer und der "Weck". Zur Belohnung bekommt jede "Fackel" nach dem Umzug und der Lichtfeier seinen Martinsweck mit tönerner Pfeife. Eine Gänseverlosung ist bis heute in vielen Dörfern guter Brauch, auch wenn Pralinen und Schoko-Herzen die Gans mehr und mehr verdrängen.
Inhalt mit freundlicher Unterstützung von
Joachim Schröder
gepostet am 28.10.2006
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