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Imbolc, Oimelc, Brigid, Lichtmess

Die Zeit der Hoffnung
Die Tage werden merklich länger. Das Licht hat über die Dunkelheit gesiegt. Jetzt schießt den trächtigen Kühen und Schafen die Milch ein, für die Kälber und Lämmer, die dann im März geboren werden - deshalb ist im Keltischen die Milch eines der Symbole dieses Festes. Die ersten schüchternen grünen Triebe erscheinen - Vorboten des Frühlings.

Die harte Zeit
Aber Imbolc hat auch anderes, raues, Gesicht. Anfang Februar begann für unsere bäuerlich lebenden Vorfahren die härteste Zeit des Jahres. Sie lebten ausschließlich von den im Herbst angelegten Vorräten. Es gab nichts Frisches, die Kost wurde eintönig, unter armen Menschen griffen im Spätwinter Mangelkrankheiten wie Skorbut und Rachitis um sich. Überhaupt war der Februar der "Krankheitsmonat", die großen Epidemien brachen meistens im Spätwinter aus. Der Vitaminmangel und die vielen Ansteckungen, weil die Menschen die meiste Zeit eng zusammengedrängt in den wenigen geheizten Stuben verbrachten, waren hierfür die wichtigsten Ursachen. Wenn es hart kam, weil nicht genügend Vorräten angelegt werden konnten, dann begann jetzt die Hungerzeit. Gerade in Irland, wo Imbolc oder Oimelc traditionell besonders aufwändig gefeiert wird, waren verheerende Hungersnöte im Spätwinter keine Seltenheit.

Die kalte Zeit
In Norddeutschland, wo ich lebe, beginnt der "richtige" Winter oft erst um diese Zeit. Kaltwetterlagen im Dezember oder Anfang Januar dauern bei uns meistens nur ein paar Tage - eisig kalte "weiße Weihnachten" waren im milden Norden auch in vorindustrieller Zeit die Ausnahme. Jetzt ist aber die Nordsee so weit ausgekühlt, dass sich die über sie hinwegziehenden Luftmassen nicht mehr auf laue Temperaturen aufheizen, die Ostsee, die im Frühwinter vor den eiskalten Nordostwinden schützte, ist nun nicht selten zugefroren. Nun kann es selbst nahe der Küste zu wochenlangen Kälteperioden kommen. Erst recht gilt das für die im ozeanischen Klima lebenden Inselkelten. Vor Anfang Februar ist in Irland nicht mit ernsthaften Frösten zu rechnen. Von der Vegetationsperiode her gesehen entspricht das inselkeltische Imbolc dem germanischen Jul im kontinentalen Nordeuropa

Das keltische Fest der Brigid und das römische Fest der Reinigung
In der keltischen Tradition wird Sonnenuntergang des 1. Februar bis zum Sonnenuntergang des 2. Februar das Fest der Göttin Brigid (Am fheill Bride) gefeiert. Wicca und andere Hexen und Heiden schließen sich dem meistens an, es gibt aber auch abweichende Festtermine, nämlich die erste Vollmondnacht im Februar und den 4. / 5. Februar (die Hälfte der Zeit zwischen Wintersonnenwende - Jul - und Frühjahrs-Äquinoktium - Ostara ). Imbolc bedeutet wahrscheinlich "im Bauch", während Oimelc vom irischen Wort für "Schafsmilch" abgeleitet ist - ganz klar ein Bezug zu den trächtigen Tieren, aber auch im übertragenen Sinne zu verstehen, denn im Bauch der Erde rührt sich schon neues Leben, aber erst müssen noch harte Zeiten überstanden werden. Die irische Kirche hatte im frühen Mittelalter den Festtag und seine Bräuche übernommen - und bei dieser Gelegenheit aus der keltischen Göttin Brigid eine katholische Heilige gemacht. Viele dieser Bräuche hielten sich bis heute, andere wurden im Zuge des "Celtic Revival" wieder aufgegriffen. Irische Missionare verbreiteten die "heilige Brigitta" und einige der mit ihr verbundenen Bräuche im heutigen Deutschland. In den stärker von Rom her geprägten Gebieten wird weniger das "Fest der heiligen Brigitta" als vielmehr "Maria Lichtmess" gefeiert. Nicht ganz unpassend, denn Maria ist wie Brigid eine "jungfräuliche" Göttin. Wie das irisch-katholische Brigid-Fest hat das römisch-katholische Lichtmess heidnische Wurzel. Die alten Römer feierten Anfang Februar das Fest der Nonen , mit dem der Frühling und das neue Jahr begrüßt wurde - um Rom herum blühen im Februar die Fühlingsblumen. Das Nonenfest war ein Fest der Reinigung, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, wovon auch der Monatsname "Februar" zeugt, der vom lateinischen Wort für "Reinigung" abstammt. Erz-patriarchalisch und ausgesprochen pervers klingt dagegen in naturreligiösen und hexischen Ohren der "offizielle" katholische Anlass von "Maria Lichtmess": es bezeichnet den Tag, an dem Maria (40 Tage nach der Geburt ihres Kindes) wieder "rein" wurde.

Ein anderen Name für Imbolc ist das Kerzenfest.
Früher wurden in der Winterzeit aus dem Talg der im Herbst geschlachteten Tiere Unschlitt-Kerzen gefertigt. Auch die kostbaren Wachskerzen entstanden in Heimarbeit während des Winters. Zu Lichtmess wurden die neu gefertigten Kerzen geweiht. Die brennende Kerze symbolisiert außerdem das neuerwachte Licht - und die keltische Feuergöttin Brigid.

Imbolc ist ein Fest der Stille - in der Stille kann man das zarte Licht des Februars am Besten erfahren, das sanfte Licht einer Kerzenflamme entfaltet in der Stille seine höchste spirituelle Wirkung. Imbolc ist das Fest der Reinheit und der Reinigung - rein und weiß wie frisch gefallener Schnee oder wie frische Milch. In keltisch geprägten Gegenden ist es Brauch, ein wenig Milch als Dankopfer auf die Türschwelle zu geben.

Dem Wachs von an Lichtmess geweihten Kerzen wird im Volksglauben hohe Schutzkraft zugeschrieben. Diese Kerzen werden in Notsituationen, bei Geburten oder am Krankenbett angezündet, um den Schutz und die Unterstützung der geistigen Welten zu erhalten - wobei sich heidnische und christliche Vorstellungen stark vermischen.

Vielerorts finden zu Lichtmess auch heute noch Lichterprozessionen von Kindern statt. Sie verkörpern die Unschuld des Neubeginns. Aus Westfalen sind dagegen wilde Frauentänze überliefert, bei denen die sich etwa nähernden jungen Männer eins mit der Holundergerte übergezogen bekamen. In katholischer Deutung verteidigen sie damit ihre Unschuld - Hexen werden diesen Brauch sicher anders deuten ..

Brigid, der dieser Tag geweiht ist, ist die inselkeltische Göttin der Poesie, der Heilung und der Schmiedekunst. Sie ist Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden. Als Schmiedegöttin steht sie dem Feuer nahe. Sie ist die Hüterin der Heilquellen und eines heiligen Quells im übertragenen Sinne, nämlich der Inspiration. Brigid ist die Göttin der Barden, der Musiker, der Künstler und kunstfertigen Handwerker. Ihr zu Ehren werden am Imbolc-Abend Kerzen entzündet, die ins Fenster gestellt werden und die ganze Nacht über brennen.

Andere keltische Göttinnen, die an diesem Tag verehrt werden, sind Epona, Danu und Cailleach. Wegen des nun strenger werdenden Winters war Imbolc von je her ein Fest, welches die Familie im Haus zusammen feierte, und keine große öffentliche Feier wie Beltaine. Auch wegen Brigids Beziehung zum Herdfeuer gilt es als häusliches Fest.

Auch bei uns bekannt sind die irischen, aus Stroh geflochtenen "Brigid's crosses" oder "Brigid's wheels", im Deutschen "Brigittenkreuze" genannt. Ursprünglich hatten sie möglicherweise drei Arme (Triskele), unter christlichen Einfluss wird die Kreuzform mit vier Armen bevorzugt. Vielleicht gibt es auch eine Verbindung zum germanischen Sonnenrad. Brigittenkreuze werden im Stall oder über der Haustür aufgehängt, um Schutz und Glück zu erbitten. Brigid ist die Beschützerin des neugeborenen Lebens - daher werden auf den schottischen und irischen Inseln bis heute "rowan crosses" (aus Eberesche) über die Wiege gehängt, und die "heilige Brigid" um Schutz für das Kind gebeten.

Ein Brauch von den Hebriden ist es, am Brigid-Abend eine Strohpuppe als Frauenfigur einzukleiden und sie in einen geflochtenen Korb zu legen ("Brigid's bed"). Dann laden die Frauen mit den Worten "Fáilte leat a Bhríd" Brigid ins Haus ein.

Ein anderer inselkeltischer Brauch ist es, am Brigid-Abend einen Holzscheit aus Ebereschenholz ins Feuer zu legen, und am nächsten Morgen nach Anzeichen für den Segen Brigid zu schauen - eine keltische Entsprechung zum Neujahrsbrauch des Bleigießens.

Das alte Fest - und wir neue Hexen und Heiden
Viele moderne Hexen, vor allem Wicca, sehen angelehnt an die Keltenromantik des 19. Jahrhunderts die spirituelle Bedeutung des Festes als Mysterium der Keimung , die als weiblicher Prozess gilt. Es wird durch die Verwandlung der alten, verschleierten Göttin Cailleach in die junge, schöne Braut Brigid symbolisiert. Auch wenn diese Deutung historisch fragwürdig sein mag - sie ist einfach schön und treffend. Für Wicca-Coven ist Imbolc ein beliebtes Fest, um Initiationen vorzunehmen, da beides Neuanfang und Wachstum bedeutet. Wie das römische Nonen-Fest ist Imbolc für uns eine Zeit der Erneuerung und Reinigung. Nicht nur Katholiken, sondern auch viele Hexen und Heiden fasten zu Imbolc. Um sich zu reinigen, und manchmal auch um der Hungerzeiten des späten Winters zu gedenken. Man soll niemals glauben, die harten Zeiten seien für alle Zeit gebannt! Es ist eine Zeit, um mit neuen Ideen, Vorhaben und Visionen "schwanger zu gehen". Um Pläne zu Schmieden - unter dem Schmiedehammer Brigids nehmen Pläne Formen an. Um Neues anzupacken - heiße Eisen, die jetzt geschmiedet werden müssen, damit sie im Frühling für große Taten zur Hand sind. Es ist wie in der Natur: Die Keime fangen an zu wachsen, sind aber noch nicht sichtbar. Es ist die Zeit, Körper und Seele zu reinigen, z. B. mit einem Bad mit duftenden Ölen. Es ist die Zeit, Haus oder Wohnung zu reinigen, aufzuräumen, Gerümpel, das uns nur belastet, zu verbrennen (bitte nicht wörtlich nehmen, es gibt schließlich je nach Art des Gerümpels Mülltonnen, Komposthaufen, Recycling-Höfe und Flohmärkte!). Die Zeit, auch mit spirituellen Altlasten aufzuräumen. Zeit für Kerzenmagie und für Rituale des neuen Anfangs.

Die Zeit der längeren Tage und des strengeren Winters ist die Zeit des Neubeginns. Nutzen wir sie - auch wenn dem Neubeginn vielleicht erst einmal harte Zeiten folgen werden!

Autor: Martin Marheinecke

Mit freundlicher Unterstützung von
Martin Marheinecke
http://www.rabenclan.de

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